Das Supply Chain Management – Wo fängt es an, wo hört es auf?

Muss dieser Block wirklich mit einer Supply Chain Management Definition beginnen??? Wie ich es schon in meiner Schul- und Studienzeit geliebt habe, wenn die Stunde mit (Begriffs-) Definitionen startete. Jedoch macht es beim Thema Supply Chain Management meiner Meinung nach Sinn, da sich im Netz etliche falsche oder einseitige Definitionen tummeln. Deswegen verstehen sich eine ganze Bandbreite an Berufen als Supply Chain Manager…

  • Es beginnt mit Paketboten und LkW-Fahrern,
  • geht über in Speditions- und Logistikdisponenten,
  • Zollverantwortliche,
  • Lager- und Inhous-Logistikmitarbeiter,
  • Produktionsplanern,
  • Einkäufern und
  • Abteilungsleiter SCM

Ich fühle mich zurück versetzt in das Jahr 1990 als der Titel „Manager“ in keiner Jobbeschreibung fehlen durfte und sich sogar beim Hausmeisterservices (Facility Manager) oder Lohnbuchhaltern (Payroll Manager) wieder fand. Zeit für eine klare Supply Chain Management Abgrenzung.

Das übergreifende Supply Chain Management – Intercompany

Grundsätzlich stimmt es schon, dass sich die obigen Jobs mehr oder weniger um das Thema Supply Chain Management drehen, weil sich SCM schließlich mit der Planung einer Versorgungskette befasst. Unternehmen sind keine Einzelakteure auf dem Markt, sondern befinden sich immer in einem Netzwerk aus Kunden, Händlern, Spediteuren und Zulieferern. Das Netzwerk eines Produktes oder Dienstleistung bis diese beim Kunden ankommt nennt man Versorgungskette. Die Planung und Steuerung dieser Versorgungskette obliegt dem Supply Chain Manager.

Intercompany Supply Chain Management
Intercompany Supply Chain Management

Das integrierte Supply Chain Management – Inhouse

Doch wer sind denn die Bedarfsverursacher in dieser Versorgungskette? Die LkW Fahrer oder die Speditionen? Das Chaos würde ich gerne sehen, wenn die Supply Chain von den Speditionen geplant wird, die ein Interesse daran haben mit vollen LkWs und 100% Auslastung der Flotte ihre Kunden zu beliefern. Soviele Läger können wir gar nicht errichten, um all die Bestände zu horten, die uns geliefert werden würden…

überfülltes Lager
Volles Lagerhaus mit chaotischen Zuständen

Wer ist es denn nun der-/diejenige, der/die in einer Supply Chain die Planung übernimmt und damit den Takt vorgibt? Der Zollverantwortliche? Nein, natürlich nicht.

Die Antwort ist recht einfach: Eine Versorgungskette wird über Lagerbestände definiert und geplant. Für die Lagerbestände sind

  • Händler,
  • die produzierenden Werke und
  • deren Zulieferer (kann Händler oder Werk sein)

verantwortlich. In jedem dieser Unternehmen definieren die Lagerbestände in der Regel

  • die Einkäufer für Handelswaren (indirekte Waren, commodities) und je nach Organisationsform auch für Produktionsbedarf (direkte Waren, RHBs, raw material),
  • bzw. die Produktionsplaner für Produktionsbedarf (direkte Waren, RHBs, raw material), Halberzeugnisse (unfertige Waren, WIP) und Fertigerzeugnisse (Fertigwaren, finished goods).

Key Competency, Extended Competency & Full Competency

Diese Personengruppe hat den maßgeblichen Einfluss auf eine Lieferkette. Die Steuerung und Koordination dieser Personengruppe im Unternehmen ist die Hauptaufgabe des Supply Chain Managers und bezeichne ich gerne als die Key Competency (Kernkompetenz).

Nun sind die zu produzierenden, bzw. die einzukaufenden Mengen geplant, doch deswegen erreicht das Produkt noch nicht den Kunden. Ist der logistische Bereich ebenfalls Bestandteil des SCM so bezeichne ich das als Extended Competency (erweiterte Kompetenz).

Doch damit die Einkäufer und Planer einen guten Job machen können und die Kunden verlässliche Informationen zu ihrem Lieferterminen erhalten, benötigen sie Informationen über platzierte Aufträge und zu erwartende Aufträge (Forecasting). Diese Informationen liefern die Bereiche Vertriebsinnendienst (Customer Service) und Forecasting/ Demand Planning. Sind diese ebenfalls ins SCM integriert nenne ich das Full Competency (vollumfängliche Kompetenz)

Inhouse Supply Chain Management
Inhouse Supply Chain Management

Nun kennen wir die Hauptakteure im Supply Chain Management. Diese sind maßgeblich für die Umsetzung im Werk oder im Handel verantwortlich. Die Rahmenbedingungen hierfür müssen die Abteilungsleiter SCM erschaffen. Ob der Abteilungsleiter einen guten Job gemacht hat oder eben nicht, zeigt sich in der Regel in den Kennzahlen on-time shipping, on-request shipping, full-shipping und turn rate/ DOI inventory.

Aufbau von blue-fingerprint

Ich hoffe, dass ihr mit Hilfe meiner Supply Chain Übersicht einen Eindruck davon bekommt, was genau Supply Chain Management ist und wer in dieser Versorgungskette welche Funktion übernimmt. Wenn ihr euch ein wenig auf dieser Website tümmelt, werdet ihr feststellen, dass ich die Fachbeiträge in meinem Blog nach dem System Inhouse und Intercompany unterscheiden werde. Ich trenne die beiden Bereiche, obwohl sie beides Bestandteil des Supply Chain Management sind, weil sie aus meiner Sicht „unabhängig“ voneinander sind. Ich kann eine hundsmiserable Inhouse Supply Chain haben, aber dafür in einer exzellenten Intercompany Supply Chain eingebettet sein und anders herum. Nur wer beides in Perfektion hat, wird langfristig erfolgreich sein. Den dritte Teilbereich meines Blogs nenne ich Basics. In diesem werde ich ausführlicher auf die Grundlagen eines funktionierenden Supply Chain Managements eingehen.

Schön, dass dich der erste Blog bis zum Schluss interessiert hat und dir hoffentlich die Tür zum Supply Chain Management geöffnet hat. Ich freue mich auf deinen Kommentar.

Dein René

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